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Leerstand um des Leerstandswillen

Der Leerstand der Elsi ist nun wieder hergestellt und das Leben aus dem Haus vertrieben. Besetzer*innen wurden keine festgenommen. In mehreren Medienberichten wurde von leeren Haeusern geschrieben. Seit Samstag wurde die Liegenschaft belebt, taeglich gab es Programm, der Innenhof wurde eingerichtet, mindestens zwei Personen verbrachten die Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Haus. Kann da von leeren Haeusern gesprochen werden? Muessen sich die Besetzer*innen festnehmen lassen, um ihr Anliegen zu legitimieren?

Statt Probleme der Verdraengung zu loesen, werden wieder Mauern errichtet!

Wie uns mehrere Nachbar*innen berichteten, werden durch beauftragte Bauarbeiter mutwillig sämtliche Fenster zur Innenhofseite und Teile des Dachs zerstört. Aus Gesprächen mit Bauarbeitenden wissen wir, dass das Ziel der Areion Management AG ist, das Haus unbewohnbar zu machen. Dabei erzählen sie, dass alle Fenster, Dächer, Treppen, zerstört werden sollen. Dadurch wird das Haus mutwillig und unwiderruflich zerstört, was den Weg für den Neubau ebnen sollte.

Dies obwohl noch nichtmal die Einsprachefrist für den Abriss zu Ende ist!

Rechtiliche Schritte gegen diesen frühzeitigen Abrissbeginn werden geprüft. Zudem beschäftigt sich das Quartier bereits intensiv mit Einsprachen bezüglich des Bauvorhabens.

08:15 Eine Räumung Namens Kontrolle

Die Elsi wurde geräumt. Personen wurden keine festgenomen.  Die Polizei spricht von einer „Kontrolle“(sic!) der Liegenschaft:

https://www.polizeiticker.ch/artikel/basel-stadt-bs-kantonspolizei-kontrolliert-liegenschaft-an-elsasserstrasse-122806

Dies wirft einige Fragen auf:

Wurde ein Räumungsbefehl unterzeichnet?

Was ist ein Grosseinsatz mit mobiler Einsatzzentrale, Verkehrspolizei,Feuerwehr und Sanitär verbunden mit gewaltsamen eindringen in ein besetztes Haus wenn nicht eine Räumung?

Die Bezeichnung eines Polizeieinsatzes ist rechtlich relevant. So müsste der Besitzer im Falle einer wiederholten Räumung seiner Liegenschaft die Einsatzkosten tragen. Die Polizei versucht das zu umgehen indem von einer Kontrolle gesprochen wird.

Von einer Kontrolle wird wohl auch gesprochen um die Grösse des Einsatzes herunterzuspielen und das ganze zu bagatellisieren. Damit sollten die Einsatzkosten, die sich wohl im zweistelligen Tausenderbereich befinden dürfen, ausgeblendet werden.

 

Update 3.1

Die Elsi ist weiterhin besetzt. Wir suchen weiter aktiv das Gespräch mit der Eigentümerschaft der Areion Management AG, beziehungsweise dem zuständigen Verwaltungsrat Herr Eric Hägler. Zu verschiedenen Tageszeiten bleiben Telefonate unbeantwortet. Auch war heute Vormaitag am Firmensitz in Frenkendorf niemand vorzufinden. Auf Medienanfragen geht die Areion Management AG ebenfalls nicht ein. Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass Herr Hägler uns schlichtweg ignoriert.

Wir suchen weiterhin den Dialog und erhoffen uns von einem persönlichen Gespräch konstruktive Lösungsansätze. Trotz dem ausbleibendem Kontakt mit der Eigentümerschaft sind die Räumlichkeiten weiterhin besetzt. Wir laden alle zum täglichen Nachtessen ein.

Immer um 17 Uhr wird gemeinsam gekocht, um anschließend mit vollem Magen zu diskutieren und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Wie immer sind jegliche Programmbeiträge ausdrücklich erwünscht. Lasst uns diese Häuser beleben!

Elsi ist für Alle da! Genug mit Blablabla!

Stadt Selber Machen – Jetzt!

Was ist eigentlich günstiger Wohnraum?

Die „Areion Managment AG“ und deren Verwaltungsrat E. Hägler teilten bei der letzten Besetzung mit, dass es sich bei den geplanten Neubauten um „günstigen Wohnraum“ handeln soll. Diese Aussage wird hier noch einmal genauer Untersucht:

Diese Gruppe ist durch die Areion Managment AG hinzugezogen- Verantwortlich für den Neubau (Auf dem Baugesuch als Bauherrschaft angegeben) Internationales Architekturbüro Oppenheim Architectures: http://oppenoffice.com/

Laut Aussagen von Nachbar*innen die sich mit Einsprachen gegen das Bauvorhaben wehren und denen die Baupläne vorliegen sind bei diesem Bauprojekt, sterile, ausladende und vollverglaste Wohnungen in zwei (statt momentan drei) neuen Wohnhäusern geplant. Wie überall werden weniger, finanziell privilegierte, Menschen mehr Wohnfläche privat beanspruchen. Damit wird nicht (mehr) Wohnraum geschaffen, sondern, im gegenteil, vernichtet!
Es ist Wohnraum, der nicht den Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten der umliegenden Quartierbewohner*innen entspricht.

Unsere Haltung diesbezüglich:
So ein Global-Player, wie Oppenheim Architectures wird keine sozialen oder günstigen Wohnungen bauen. Das wäre in etwa so absurd, wie wenn Herzog und De Meuron sich nun mit sozialem Wohnungsbau beschäftigen würden.

Woher kommt aber nun deren Annahme, der geplante Wohnraum sei „bezahlbar“?

Die Aussage, es werde „günstiger“ oder „bezahlbarer“ Wohnbau betrieben, entspringt einer Top-Downplanungs- und Businessperspektive. E. Hägler äusserte uns gegenüber, ihm seien diese Preisvorstellungen seitens der Mietschlichtungsstelle vorgeschlagen worden. Das zeigt wiedermal: Der Begriff „bezahlbar“ ist tatsächlich relativ. Das spaltet Realitäten und die, der Oppenheim Architecture und Areion Managment AG entsprechen dabei nicht unserer. Weiter beweist es, wie eine unverantwortliche, investorenkonzentrierte Politik von der Stadtplanung rücksichtslos gegenüber Mieter*innen durchgesetzt wird.

Die Zonenplanänderung im betroffenen Gebiet zeigt folgerichtig Konsequenzen; zur weiteren Attraktivitätssteigerung darf dort im Voltanord sogar ein Stockwerk höher gebaut werden. Zusätzliche Renditeerwartungen locken, Tür und Tor stehen offen zur Aufwertung dieses Blockrands. Wir sagen: Dort im Voltanord entsteht ein Gegenort. Wir planen anders!